
Es gibt Hochzeiten, bei denen ich am Ende des Abends kurz stehenbleibe und denke: genau deswegen mache ich das.
Gabby und Sam kamen aus England. Geheiratet haben sie Ende Juli in den Hügeln über Mojácar — auf einer Finca, die es in dieser Form vorher nicht gab. Der Vater der Braut hat sie gekauft, um- und ausgebaut und daraus eine Event-Location gemacht. Diese Hochzeit war die Probe aufs Exempel. Die erste. Und ehrlich gesagt: Ich war neugierig und ein bisschen nervös zugleich.
Es wurde eine der größten und sommerlichsten Feiern, die ich je begleitet habe. Tapas, gutes spanisches Essen, viel Wein — und am Ende Band, DJ und Tanzen bis zum nächsten Morgen. Wer eine Finca Hochzeit in Andalusien plant, findet hier ziemlich genau das, wovon man träumt, wenn man an Spanien denkt.
Getting Ready — acht Brautjungfern, ein Pool und ein Vater, der schlucken musste
Der Morgen begann so, wie ein Julimorgen in Almería beginnt: früh hell, schon um neun warm, das Licht noch weich. Gabby saß im weißen Morgenmantel, während gestylt und geschminkt wurde. Kein Stress, kein Zeitdruck. Genau so soll es sein.


Zwischendurch das Handy als Spiegel — dieser eine kurze Blick, bevor es losgeht. Ich mag diese Momente. Da ist noch nichts inszeniert.

Acht Brautjungfern. Salbeigrüne Roben am Pool, ein Glas Sekt, viel Gelächter. Wenn man aus England anreist, ist so ein Morgen ja schon halb Urlaub — und genau das war die Stimmung.

Dann der First Look mit den Mädels. Dunkelgrüne Kleider, alle in einer Reihe, und Gabby kommt ins Zimmer. Das Kreischen hört man auf dem Foto praktisch.

Und dann ihr Vater. Der Mann, der diese Finca für sie umgebaut hat. Er legte ihr die Hände auf die Schultern und sagte erst mal gar nichts.

Der Brautstrauß: weiße Rosen, Lisianthus, dazwischen Olivenzweige und ein paar grüne Oliven. Nichts Aufgesetztes. Einfach das, was hier sowieso wächst.

Die Finca: ein Umbau aus Liebe — und der Blick bis zum Horizont
Die Jungs waren zuerst fertig, wie meistens. Dunkelblaue Sakkos, cremefarbene Hosen, Sonnenbrillen — vor einem weißen Torbogen, an dem Bougainvillea in Pink herunterhängt.

Dieser Torbogen ist so ein Detail, das den Charakter der Finca ausmacht. Weiß gekalkte Mauern, Terrakotta-Dachziegel, runde Bögen, Palmen, Kakteen. Andalusisch, ohne dabei folkloristisch zu werden. Und dann der Blick: Berge, das Tal, in der Ferne ein weißes Dorf am Hang.

Für mich als Planerin ist so eine Location ein Geschenk. Man muss fast nichts dazutun. Der Rahmen ist schon da — man muss ihn nur richtig nutzen und wissen, wo im Juli um 19 Uhr die Sonne steht. Nach dieser Hochzeit habe ich die Finca in unser Portfolio aufgenommen.
Die freie Trauung im Innenhof
Trauung im Innenhof, spät am Nachmittag, unter einem gespannten Sonnensegel. Im Juli ist das kein Deko-Element, sondern Notwendigkeit — aber es sah nebenbei auch noch großartig aus.

Sam stand vorne mit seinen Trauzeugen und hat gelächelt, als könne er es selbst nicht ganz glauben.
Dann kam Gabby. Am Arm ihres Vaters, durch die geöffneten Holztüren, unter der Laterne hindurch, über den Terrakottaboden.

Und dann diese Umarmung. Vater und Bräutigam, mitten im Innenhof, vor allen Gästen. Länger als man das üblicherweise macht.


Über ihnen ein Blumenarrangement aus Oliven und weißen Blüten. Gabby mit Spitzenfächer in der Hand — in einem andalusischen Juli ist der kein Accessoire, sondern Ausrüstung.
Musik gab es live: eine Sängerin und ein Gitarrist, im Halbschatten der Arkaden. Als die beiden anfingen, wurde es im Hof still.

Und dann der Auszug. Konfetti, Applaus, Gabby und Sam Hand in Hand durch den Gang.

Tapas, Jamón und ein Gitarrist unter dem Baum
Was danach kam, war der Teil, auf den ich mich bei spanischen Sommerhochzeiten am meisten freue: der Aperitif. Kein steifer Sektempfang — sondern richtig Tapas.

Jamón Ibérico, in Handarbeit geschnitten. Oliven aus der Gegend. Pan con tomate. Wurstplatten, die durch die Reihen getragen wurden, dekoriert mit Olivenzweigen.

Dazu ein Gitarrist, der unter einem Baum saß und einfach spielte, während die Gäste mit Glas in der Hand herumstanden. Sonne im Rücken, Berge im Blick.

Und ein Detail, das ich so noch nie gesehen hatte: eine Tante von Gabby saß auf der Mauer, holte einen kleinen Aquarellkasten heraus und malte die Landschaft. Als Beitrag fürs Gästebuch.

Brautpaarportraits im goldenen Licht
Gegen Abend wird das Licht hier so, dass man als Fotograf eigentlich nichts mehr falsch machen kann. Erst die Mädels vor der Bergkulisse — acht grüne Kleider, eine Braut in der Mitte, alle Arme oben.

Dann Gabby und Sam allein am Pool. Ihr Schleier hob sich im Abendwind, sie lachte über irgendwas, das er gesagt hatte. Keine Anweisung, kein Posieren.


Später noch ein paar Aufnahmen auf der geschwungenen weißen Treppe. Blaues Sakko, cremefarbene Hose, weißes Kleid, weiße Mauer, darüber Bougainvillea. Mehr braucht es nicht.
Dinner unter Lichterketten, mit den Bergen im Rücken
Und dann wurde eingedeckt. Lange Holztafeln draußen, Cross-Back-Stühle, Leinenservietten, kleine Oliventöpfchen zwischen den Gläsern.


Jedes Gedeck hatte eine Menükarte mit einer gezeichneten Finca darauf — und als Platzkarte eine handbemalte Fliese im typisch andalusischen Muster. Die durfte jeder Gast mit nach Hause nehmen.

Als die Sonne unterging, wurden die Lichterketten angeschaltet. Über einhundert Gäste an langen Tafeln, dahinter Palmen, dahinter die Berge, darüber ein Himmel, der von Rosa nach Blau kippte.



Es wurde gegessen, geredet, nachgeschenkt. Spanisches Essen, guter Wein, und irgendwann diese Lautstärke, die entsteht, wenn hundert Menschen sich wirklich gut unterhalten.

Dann die Reden. Zwischen Zypressen und Lichterketten, mit Applaus, der über das ganze Tal ging.

Band, DJ und Party bis zum nächsten Morgen
Nach dem Dinner ging es unter die Arkaden. Erst eine Live-Band, dann der DJ. Gabby und Sam eröffneten den Tanz vor der Band — barfuß wurde später getanzt, das kam von ganz allein.

Es wurde durchgefeiert. Bis zum nächsten Morgen. Und ich meine damit nicht „bis zwei“, sondern bis wirklich der Himmel wieder hell wurde. So machen sie das hier im Sommer.
Warum Mojácar so ein guter Ort zum Heiraten ist
Mojácar ist eines der schönsten Dörfer Andalusiens — ein weißes Bergdorf, das sich an den Hang klebt, mit engen Gassen, Blumentöpfen an jeder Wand und Blick bis aufs Meer. Man kann dort einen halben Tag verlieren, ohne etwas Bestimmtes zu tun.
Unten liegt der Strand: Mojácar Playa. Und der ist im Sommer nicht nur Hotelzeile, sondern richtig lebendig — Chiringuitos, Live-Musik am Wasser, Beach Clubs, in denen bis nachts gefeiert wird. Für Hochzeitsgäste, die ein paar Tage bleiben, ist das ideal. Sie haben tagsüber Strand, abends etwas zu tun, und niemand langweilt sich zwischen Anreise und Hochzeitstag.
Genau darum funktioniert die Gegend so gut für ein Wedding Weekend: Die Finca liegt ruhig in den Bergen, das Leben ist zwanzig Minuten entfernt.
Was bleibt
Was bleibt, ist dieses Bild von einem Vater, der eine Finca umbaut, damit seine Tochter dort heiraten kann — und der am Ende selbst auf der Tanzfläche stand.
Und die Erkenntnis, dass eine große Hochzeit nicht automatisch eine steife Hochzeit ist. Über hundert Gäste, und es fühlte sich trotzdem an wie ein sehr langes, sehr schönes Familienessen, das aus dem Ruder gelaufen ist. Im besten Sinn.
Wenn ihr euch eine Finca Hochzeit in Andalusien vorstellen könnt — mit Bergblick, Tapas und einer Party, die nicht um Mitternacht endet: schreibt mir einfach. Ich erzähl euch gern, was hier möglich ist.
Credits
- Planung, Deko & Koordination: Ambrosia Wedding
- Fotos: Visual & Co
- Location: private Finca in den Hügeln über Mojácar, Almería
- Catering: Catering Alcazaba
- Musik: Live-Duo zur Trauung, Gitarrist zum Aperitif, Band & DJ am Abend
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